Schulsozialarbeit: 374 Schulstandorte in Sachsen könnten mit Schuljahresbeginn Schulsozialarbeit anbieten. Doch ein Überblick fehlt!

 

Dresden. An 374 Schulstandorten in Sachsen könnten mit Schuljahresbeginn theoretisch Schulsozialarbeit über das neue Landesprogramm anbieten. Vier weitere Schulen könnten ab 2018 damit starten. Das ergab die Antwort des Sozialministeriums auf eine entsprechende Anfrage des Abgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE).

Für den Vorsitzenden der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag sind die Antworten auf seine Anfrage dennoch „ernüchternd“. „Die Staatsregierung hat kaum Informationen über den aktuellen Stand der Schulsozialarbeit mit Beginn des Schuljahres 2017/18. So fehlt dem Sozialministerium der Überblick, wie viele Schulen aufgrund der neuen Förderung erstmals Schulsozialarbeit anbieten können, wie viele ihr bisheriges Angebot auf Grundlage der neuen Förderung fortführen und wie viele der allgemeinbildenden 1.500 Schulen in Sachsen leer ausgehen. Welche Wirkung das neue Landesprogramm Schulsozialarbeit zum Schuljahresanfang entfaltet, bleibt so völlig unklar.“

„Zudem liegen keine Informationen darüber vor, ob es gelingt geeignete Fachkräfte zu finden“, kritisiert Zschocke. Dazu kann das Ministerium >>keine Aussagen im Einzelnen<< treffen. Es verweist auf das Fachkräftegebot laut Förderrichtlinie und die Verantwortlichkeit der Projektträger vor Ort. Viele Ausschreibungen würden derzeit noch laufen.

Über den Stand der Stellenbesetzung erhebt die Bewilligungsbehörde (KSV) keine Daten. „Ich erwarte, dass Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) mehr Interesse daran zeigt, wie sich das neue Förderprogramm zur Schulsozialarbeit in Höhe von 15 Mio. Euro pro Jahr entwickelt und werde in den kommenden Monaten erneut nachfragen“, kündigt der Abgeordnete an.

 

Antwort des Sächs. Sozialministeriums auf die Kleine Anfrage „Schulsozialarbeit mit Beginn des Schuljahres 2017/2018“ (Drs 6/10108)

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