Das Wolfsgrüner Schlösschen.

Wolfsgrüner Schlösschen – Ein selbsternannter „König“ als Nachbar?

Rechte Landnahme ist ein Phänomen, das auch vor dem schönen Erzgebirge nicht Halt macht. Rechtsextreme aus unterschiedlichen Richtungen ziehen bewusst an Orte, kaufen Immobilien, um sich zu vernetzen, Geld zu verdienen und vor allem ihre Ideologie zu normalisieren. Und das in Ruhe. Nur Öffentlichkeit und Engagement gegen die rechte Landnahme können das verhindern.

In diesen Bereich gehört auch der 2,3 Millionen Euro schwere Kauf des Wolfsgrüner Schlösschens in Eibenstock am 03.02.2022 durch Peter Fitzek, durchgeführt über einen Mittelsmann. Fitzek ist das Oberhaupt der Reichsbürgersekte „Königreich Deutschland.“ Diese Gruppierung leugnet die geltende Rechts- und Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland und versucht rechtswidrig staatliche und wirtschaftliche Parallelstrukturen aufzubauen. Um dies zu finanzieren, ist das „Königreich Deutschland“ auf die Ersparnisse seiner Anhänger:innen angewiesen. Diese begeben sich damit in direkte Abhängigkeit und laufen Gefahr, ihre gesamten Ersparnisse zu verlieren.

Es ist nicht eindeutig, was die Reichsbürgersekte im Schlösschen vor hat. Selbst schreiben sie davon, dass es ein Ort der Gesundheit mit verschiedenen Angeboten, Seminaren und Kuren werden soll. Es ist aber auch möglich, dass hier ein sogenanntes „Gemeinwohldorf“ geplant ist. Der Verfassungsschutz informiert dazu: „In den ‚Gemeinwohldörfern‘ soll den Mitgliedern des ‚Königreichs‘ perspektivisch eine weitgehende Selbstversorgung abseits des nach ihrer Lesart ‚destruktiven Systems der Bundesrepublik Deutschland‘ ermöglicht werden. Perspektivisch sollen sie dort nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Mithilfe der neu errichteten ‚Gemeinwohldörfer‘ sollen das ‚Staatsgebiet‘ des sogenannten ‚Königreichs‘ erweitert und dessen Strukturen weiter ausgebaut werden. Dies dient nicht nur der Anwerbung neuer Interessenten. Es besteht auch die Gefahr, dass sich weitere extremistische, sektenähnliche Siedlungsgemeinschaften herausbilden“.

Auch wenn die Gruppierung anders auftritt als „klassische“ Rechtsextreme und die Versprechungen von Freiheit und autarkem Leben anziehend wirken können, ist die Gefahr, welche von ihr ausgeht, nicht zu unterschätzen. Unter dem Deckmantel der Freiheit steckt tatsächlich ein Angriff auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung und ein System, das darauf ausgelegt ist, Menschen existenziell abhängig zu machen. Wir können die Nutzung von Immobilien durch Demokratiefeinde in unserer Region nicht unwidersprochen lassen. Ein erster Schritt ist es, sich und dann sein Umfeld darüber zu informieren, wer da was vorhat, und klar zu kommunizieren, dass das ganz und gar nicht ungefährlich ist. Wir unterstützen dabei vom Wahlkreisbüro aus.

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