Welche Hilfen können Crystal-abhängige Mütter und deren Kinder in Sachsen aktuell in Anspruch nehmen? − Landtagsanfrage

Frühe Erkennung von Suchterkrankungen bei Schwangeren wird immer wichtiger
Dresden. Die Zahl der Neugeborenen von Crystal-abhängigen Müttern steigt seit 2007 drastisch an. In den vergangenen drei Jahren habe es bei landesweit ungefähr 35.000 Geburten pro Jahr jeweils zwischen 160 und 180 betroffene Kinder gegeben, stellte der Kinderarzt und Neonatologe Jürgen Dinger vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden am Wochenende fest.
 „Diese Entwicklung beunruhigt sehr, denn neben Alkohol ist der Konsum von Crystal mit schwerwiegenden Gefährdungen für das vorgeburtliche und geborene Leben verbunden“, erklärt Volkmar Zschocke, Vorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Die Kinder haben nach der Geburt oft mit Entzugserscheinungen zu kämpfen oder kommen zu früh zur Welt.“
„Umso notwendiger werden Maßnahmen zur frühen Erkennung von Suchterkrankungen in Verbindung mit medizinischer, sozialer und psychologischer Betreuung der Schwangeren. Auch die Arbeit der Kinderschutzgruppen an den Krankenhäusern ist hier sehr wichtig. Damit auch später auftretende Schäden, Auffälligkeiten und Gefährdungen nicht aus dem Blickfeld geraten, steht die Zusammenarbeit von sozialen Diensten, Justiz und Beratungsstellen angesichts der hohen Zahl an Crystal-Konsumentinnen und -Konsumenten vor neuen Herausforderungen.“
„Die Hilfe für diese abhängigkeitskrank geborenen Kinder darf nicht auf die stationäre Versorgung in der Klinik beschränkt bleiben. Unumgänglich sind nachstationäre Behandlungs- und Hilfsangebote für die Kinder. Spezialisierte Behandlungszentren für Crystal-geschädigte Kinder müssen erst noch entwickelt werden. Notwendig ist auch der weitere Ausbau von Therapieplätzen für abhängigkeitskranke Familien und ihre Kinder. Gemeinsam müssen wir alles dafür tun, das auch diese Kinder eine Chance bekommen, einen guten Weg ins Leben zu finden.“
„Ich habe angesichts der Zahlen erneut eine Kleine Anfrage eingereicht, um zu erfahren, welche Hilfen Crystal-abhängige Mütter und deren Kinder in Sachsen derzeit in Anspruch nehmen können“, erklärt Zschocke.
>> Antwort von Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) vom August 2015: „Crystal und Kinderschutz in Sachsen“ (Drs. 6/2312):
>> Aktuelle Kleine Anfrage des Abgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) an die Staatsregierung „Hilfen für von Crystal abhängige Eltern und deren Kinder in Sachsen“

 

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