Jenseits der großen Aufmerksamkeit hat der Stadtrat am18.3.26 zwei wichtige Anliegen zum Schutz der wertvollen Straßenbäume und zum sensiblen Umgang mit dem knapper werdenden Wasser beschlossen:
Der Beschluss zum Ausbau der Reinhardstraße https://sessionnet.owl-it.de/chemnitz/bi/vo0050.asp?__kvonr=6995073 enthält einen wichtigen Aspekt. Der Straßenraum soll so gestaltet werden, dass das Regenwasser nicht ausschließlich in die Kanalisation läuft, sondern in den Boden, in den Wurzelraum der Bäume, in die Baumscheiben. Beschlossen haben wir, dass durch Seiteneinläufe das Regenwasser in die Baumscheibe geleitet wird und durch Drainagepflaster über die Parkflächen in den Wurzelraum einsickern kann. Das sind wassersensible Lösungen, auf die bei künftigen Straßensanierungen stärker geachtet werden muss.
Erst kürzlich hat die Stadt https://www.chemnitz.de/de/aktuell/presse/pressemitteilungen/detail/baeche-kleine-gewaesser-mit-grosser-bedeutung auf die die Zunahme der Bodentrockenheit hingewiesen. Damit wächst auch der Bewässerungsbedarf gerade für Straßenbäume. Wer den finanziellen Wert von Straßenbäumen für die Ökologie, die Luftreinigung und das Gemeinwohl ehrlich bilanziert, kommt schnell zu dem Ergebnis, dass sich die Investitionen in Bewässerung auf jeden Fall rechnen.
Vor einigen Jahren hatten wir im Stadtrat Mittel für Bewässerungsfahrzeuge bereitgestellt. Ohne deren Einsatz hätten in den vergangenen Jahren deutlich mehr Bäume die Trockenphasen nicht überlebt. Diese Fahrzeuge werden überwiegend am Hydranten mit Trinkwasser betankt. Das führt zu zusätzlichen Kosten, denn Trinkwasser hat seinen Preis. Bürgerinnen und Bürger sind nun an uns herangetreten mit der Frage, warum da kein Regenwasser genutzt werden kann. Aus der Perspektive eines Kleingärtners sieht das einfach aus: Das Regenwasser wird in einer Tonne aufgefangen und dann verwendet. In den Schrebergärten können da sehr effiziente Konstruktionen mit mehreren verbundenen Tonnen bestaunt werden.
Aber so einfach ist es bei den Bewässerungsanforderungen des Grünflächenamtes nicht. Da braucht es deutlich größere Speicher. Bei der Nutzung von Brunnenwasser entsteht durch die Trockenheit schnell eine Konkurrenz zur Grundwasserneubildung. Und ein Abpumpen aus dem Chemnitz-Fluß ist in Trockenphasen auch nicht zulässig. Auch der Fahrtweg spielt am Ende eine wirtschaftliche Rolle. Es macht wenig Sinn, Geld für Trinkwasser zu sparen und dann für lange Wege zu einem Regenwasserspeicher zusätzlich zu bezahlen.
Dennoch haben wir die Bürgeranliegen aufgegriffen: Auf unserem Antrag https://sessionnet.owl-it.de/chemnitz/bi/vo0050.asp?__kvonr=7000187 hin hat der Stadtrat gestern mit großer Mehrheit die Stadtverwaltung beauftragt, die Nutzung von Niederschlagswasser für die Befüllung städtischer Bewässerungsfahrzeuge zu prüfen.Geprüft werden soll, wo und wie Regenwasserspeicher für Bewässerungszwecke funktionieren könnten und ab wann sich das rechnen würde, denn der Bau und der Betrieb von Zisternen/Regenwasserspeichern und die technische Lösung zur Betankung und Filterung müssen auch finanziert werden. Wie rentabel das wäre, kommt auf die technische Umsetzung, auf die Größe, auf den Standort an. Das wird nun analysiert. Andere Städte nutzen bereits solche Anlagen, deren Erfahrungen sollen auch ausgewertet werden.
Das Ergebnis könnte sein, dass es weitere geeignete Standorte gibt, wie zum Beispiel den Kompostplatz Glösa, wo bereits Regenwasser gesammelt und genutzt wird. Der Umweltausschuss wird sich voraussichtlich noch in diesem Jahr mit diesen Fragen befassen. Hinterher sind wir alle schlauer und wenn es geeignete Fördermöglichkeiten gibt, lässt sich dann vielleicht auch ein weiteres konkretes Pilotprojekt ableiten.
