Stadtverwaltung und kommunales Wohnungsunternehmen bauen Solarstrom aus

Bündnisgrüne: Auch Mieterkraftwerke und Bürgerenergiegenossenschaften nutzen

Pressemitteilung 30.07.2026, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

In Chemnitz kommt der Ausbau der Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden weiter voran. Gemäß Antwort auf eine Informationsanfrage im Stadtrat wird die installierte Leistung auf stadteigenen Dächern und Flächen in diesem Jahr voraussichtlich 1.837 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) erreichen. Gegenüber dem bisherigen Stand von 936 kWp bedeutet dies nahezu eine Verdopplung.

„Auf diese Leistung kann die Stadt noch selbstbewusster verweisen. Sie entspricht rechnerisch dem Jahresverbrauch von mehreren Schulstandorten. Damit wird sichtbar, welchen Beitrag kommunale Gebäude und Flächen bereits heute zur Energiewende leisten.“, erklärt Volkmar Zschocke, Stadtrat der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Solche Investition führen unmittelbar zu Einsparungen, machen unabhängiger vom Strommarkt und das Klima wird geschont.“

Das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft: Eine Untersuchung für 28 ausgewählte energierelevante Gebäude ermittelt ein weiteres Photovoltaik-Potenzial von rund 1.839 kWp. „Damit könnte die Leistung künftig erneut verdoppelt werden.“ hofft Zschocke.

Gleichzeitig zeigen die Antworten Herausforderungen auf: Für die weiteren Potenziale sind Fragen der statischen Eignung der Dächer, des Brandschutzes, der elektrischen Anbindung sowie der Finanzierung noch nicht abschließend geklärt. „Um den Ausbau zu beschleunigen, können auch Finanzierungsmodelle wie Bürgerdarlehen oder Bürgerenergiegenossenschaften verstärkt in Betracht gezogen werden.“ schlägt Zschocke mit Blick auf den klammen Stadthaushalt vor. „In anderen Kommunen funktioniert dies erfolgreich.“

Beim städtischen Wohnungsunternehmen werden ebenfalls Fortschritte sichtbar: Die GGG hat auf drei neungeschossigen Wohngebäuden in Gablenz Photovoltaikanlagen für die Versorgung von Aufzügen, Hauslicht und Haustechnik installiert. Weitere Projekte in Altendorf befinden sich in der Planung. Durch die Nutzung der Sonne in Verbindung mit Batteriespeichern werden die Betriebs- und Nebenkosten für die Mieterinnen und Mieter gedämpft.

Als noch nicht praxistauglich stellt die Stadtverwaltung die direkte Versorgung von Wohnungen mit Solarstrom dar und verweist beispielsweise auf die Hürde eines zusätzlichen Reststromliefervertrages. „Diese Darstellung ist etwas missverständlich“, meint dazu Volkmar Zschocke. „Seit 2024 ist die Nutzung von Solarstrom auf Mehrfamilienhäusern erleichert. Bei dem Modell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung erhalten die Mieterinnen und Mieter den Solarstrom direkt vom Dach. Reicht dieser nicht aus, wird der fehlende Strom wie bisher über einen regulären Stromanbieter bezogen. Der Betreiber der Anlage muss keinen zusätzlichen Reststromvertrag organisieren. “

„Ein Engagement wie beim Ausbau für Solarenergie wäre auch beim Ausbau der Windenergie auf städtischen Flächen wünschenswert. Angesichts der globalen Entwicklung und stark steigender Preise müssen wir gemeinsam alles dafür tun, um mit Erneuerbaren Energien ein Stück unabhängiger von teuren fossilen Energieimporten zu werden.“ so Zschocke abschließend.

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