Meine Gedanken zu Silvesterböllern

Dieses Jahr wird pandemie-bedingt weniger geböllert. Die Notaufnahmen waren zu Silvester immer voll. Viele Menschen, oft auch Kinder, erlitten schwere Unfälle. Verletzungen der Augen oder des Innenohrs sind häufig nicht mehr heilbar. Um die Kliniken vor weiterer Überlastung zu schützen, darf zum kommenden Jahreswechsel außerhalb des eigenen Grundstücks Pyrotechnik nicht mitgeführt oder abgebrannt werden.

Nun bitten mich viele Bürgerinnen und Bürger, bei dieser Gelegenheit doch gleich ein generelles Verbot von Feuerwerk durchzusetzen. Ich bin mir nicht sicher, ob das eine gute Idee ist. Aber natürlich gibt es neben der Unfallgefahr viele weitere Gründe, über eine Begrenzung der ausufernden Böllerei nachzudenken:

  • Haus- und Wildtiere reagieren panisch auf die Knallgeräusche. Vögel fliehen in Scharen. In Tierställen kann Panik tödlich enden.
  • Feuerwerkskörper hinterlassen Tonnen von Müll. Chemikalien und Mikroplastik gelangen in die Umwelt.
  • Die Feinstaubbelastung steigt nach Silvester massiv. Die Partikel gelangen in die Lunge und gefährden bei vielen Menschen die Gesundheit.
  • Die Brandgefahr steigt nicht nur in der Stadt, sondern auch im zunehmend trocknen Wald.

Somit werden auch Umwelt und Tiere in diesem Jahr von den Einschränkungen profitieren. Einerseits möchten viele Familien künftig wieder böllern. Andererseits können sich viele auch künftig ein böllerfreies Silvester vorstellen. Darüber sollten wir reden. Ich wäre zum Beispiel dafür, die Anwohnerinnen und Anwohner in den Stadtteilen zu befragen. Das Ergebnis kann ein Kompromiss auf wenige ausgewählte Plätze, breite Straßen oder Kreuzungen sein, wo künftig Feuerwerk möglich ist. Vor Krankenhäusern oder Altenheimen ist es bereits eingeschränkt. Ich möchte keine Verbotsdebatte, sondern eine Debatte über Rücksicht, Einsicht, gutes Miteinander und maßvolles Handeln.

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