Regionale Landwirtschaft im Erzgebirge

Wie können Lebensmittel erfolgreich in der Region erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden? Um mehr darüber zu erfahren, habe ich im Erzgebirge zwei Käsereien und den Regionalwarenladen „Frassgusch“ besucht und mit Inhaberinnen und Inhabern über Chancen und Herausforderungen der regionalen Vermarktung gesprochen.

In der Hofkäserei Fritzsch in Crottendorf wird Hartkäse, Weichkäse, Frischkäse und Butter hergestellt. Der Betrieb wird von der Familie in der zehnten Generation selbst geführt. Die hochwertige Milch stammt aus dem eigenen Produktionsbetrieb. Familie Fritzsch legt dabei Wert auf naturnahe Bewirtschaftung und artgerechte Tierhaltung.

Bei der Vermarktung hat die Familie sehr gute Erfahrungen mit ihrem Hofladen gemacht und ist auch auf verschiedenen Märkten der Region unterwegs. Ich wünsche mir, dass es durch mehr regionale Kooperationen gelingt, den Graben zwischen Stadt und ländlichem Raum zu überwin­den, denn das ist auch ein Mehrwert für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Sachsen. Deshalb haben wir diskutiert, mit welchen Formaten die Verkmarktung noch intensiviert werden kann – sie es über Pop-Up-Stores, zusätzliche Standorte des Verkaufswagens oder Marktschwärmereien.

Der Regionalwarenladen „Frassgusch“ in Drebach macht Regionalität erlebbar. Liebevoll gestaltet und mit einer Vielfalt qualitativ hochwertiger, regionaler Produkte im Angebot wird hier sichtbar, was das Erzgebirge an lokalen Produkten bietet. Unverpackt, regional, saisonal, nachhaltig und persönlich ist die Devise der Betreiberin Linda Heinze.

Im Gespräch hat mich besonders interessiert, wie sie ihr Konzept im ländlichen Raum zum Erfolg führen kann. Der Laden ist nicht nur im Ort beliebt, sondern zieht auch Kundinnen und Kunden aus dem Umland an. Beim Einkauf geht es hier um mehr als um eine notwendige Tätigkeit. Hier kommen Menschen miteinander ins Gespräch. Sie erleben den Wert von Lebensmitteln und erfahren, woher die Produkte stammen, die sie kaufen.

Mir ist wichtig, regionale Produkt und Marken im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Linda Heinze und der Laden „Frassgusch“ sind ein beeindruckendes Beispiel, wie das funktionieren kann. Ich wünsche mir mehr davon und bedanke mich für ihre Zeit. Ich bin gespannt auf die Umsetzung weiterer Ideen, mit denen sie ihr Konzept noch ausbauen möchte.

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