Programm OB-Wahl: Meine sportpolitischen Vorstellungen

Sport fördert für alle Generationen Integration, Gesundheit und soziale Kontakte. Er hält unserer Stadt in vielen Bereichen zusammen. Die Freude an sportlicher Betätigung und Wettbewerb, das Einüben von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung, Fairness und Zusammenhalt weisen wichtige Dimension für das soziale Lernen von Kindern und Jugendlichen auf. Zudem ermöglicht das Vereinsleben frühzeitig demokratische Bildung und Beteiligung. Für die Stadt ist Sport weiterhin ein Standortfaktor sowie Werbeträger. Chemnitzer Vereine mit überregionaler Ausstrahlung bieten zudem die Möglichkeit einer positiven Identifikation mit der Stadt. Für viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer ist Sport sehr wichtig. Ich möchte, dass diese sportliche Tradition im städtischen Selbstbewusstsein verankert bleibt und lebt.

Den wichtigsten Ansprechpartner bei der weiteren Sportentwicklung sehe ich im Stadtsportbund, der größten Bürger*innenorganisation der Stadt. Egal ob Freizeit- und Breitensport, Kinder- und Jugendsport, Seniorensport, Behinderten- und Rehabilitationssport, Gesundheitssport oder Leistungssport – hier sind die Interessen breit vertreten. Ich sehe keine Konkurrenz in der Förderung des Leistungs- und Breitensports in unserer Stadt – im Gegenteil: Breitensport und ehrenamtliches Engagement bilden den Nährboden für erfolgreichen Leistungs- und Hochleistungssport. Ohne Nachwuchsarbeit keine Weltmeister und Olympiasieger. Und ohne Vorbilder weniger Motivation für den Nachwuchs. Diese wechselseitige Beförderung schafft zum Beispiel die Basis für den Status als Olympiastützpunkt und die damit verbundene Finanzierung von Trainer*innen und Fördermitteln.

Chemnitz ist mit Sportoberschule, Sportgymnasium, Geschäftsstelle des Olympiastützpunktes Sachsen und den geförderten Schwerpunktsportarten strukturell nicht schlecht aufgestellt. Ich möchte dazu beitragen, in den nächsten sieben Jahren dieses Niveau zu halten und gute Trainings- und Lebensbedingungen für die Sportlerinnen und Sportler in unserer Stadt zu ermöglichen. Doch die Stadt kann das nicht allein stemmen. Ich möchte mit mehr Nachdruck Bundes- und Landesmittel zur Sportstättensanierung einwerben. Und auch das Ehrenamt muss attraktiver ausgestaltet werden, wenn der Sport in Chemnitz weiter eine gute Basis haben soll. Schon jetzt wird es immer schwieriger, ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer für Kinder- und Jugendmannschaften zu finden.

Im Bereich des Sportstättenbaus und der Investitionen will ich die Empfehlungen aus dem Sportentwicklungsplan 2025 beispielsweise für die baulichen Maßnahmen im Sportforum oder im Eissportkomplex weiter verfolgen. In der letzten Stadtrats-Legislatur wurden wesentliche Teile geplant, begonnen und auch schon umgesetzt. Auch die Weichenstellung für den Schwimmsportkomplex Bernsdorf ist erfolgt. Dennoch bleibt der Investitionsstau in den Sportanlagen immens. Immer mehr in Vereinen Sport treibenden Chemnitzer*innen und steigende Schüler*innenzahl verstärken den Druck auf vorhandene Hallen- und Sportstättenkapazitäten. Es wird auch in den kommenden Jahren nicht einfach werden, Prioritäten zu setzen. Ich möchte aber die nach grundsätzlichen Debatten getroffenen Entscheidungen auch umzusetzen. Dazu gehört zum Beispiel das Versprechen an die Schwimmvereine, nach dem Bau des Schwimmkomplexes Bernsdorf endlich auch die Sanierung der 50 m Halle im Sportforum anzugehen.

Wichtig sind mir räumliche Synergien für den Schul-, Vereins- und Freizeitsport. So bietet sich zum Beispiel perspektivisch am Standort Konkordiapark eine solche integrierte Nutzung durch das geplante Roll- und Funsportzentrum in Verbindung mit der dort dringend benötigten Dreifeld-Sporthalle und der Nähe zum bereits vorhandenen gut genutzten Outdoor-Skatepark. Ein solches Arrangement wäre ein deutsch-landweites Alleinstellungsmerkmal, keine andere Stadt bietet das.