„Prager Botschaftsflüchtlinge fahren auch durch Karl-Marx-Stadt“ – Erinnerungen an den Herbst ’89

Volkmar Zschocke berichtet bei www.die-stadt-bin-ich.de über seine Erfahrungen im Herbst ‚Herbst 198989:

„Das Foto habe ich am Hauptbahnhof am 5. Oktober 1989 eine halbe Stunde nach Mitternacht gemacht. Sicherheitskräfte hatten den Haupteingang abgeriegelt, denn in dieser Nacht fuhren die Züge mit den Prager-Botschaftsflüchtlingen auf dem Weg nach Hof durch Karl-Marx-Stadt. Ich wollte die Ereignisse [am Hauptbahnhof] mit der Kamera festhalten. Das war nicht einfach, denn ich wollte das Blitzlicht nicht verwenden. Mit der Staatsmacht war damals nicht zu spaßen, die war unberechenbar. So habe ich dann von der Schulter eines Freundes mit langer Belichtung fotografiert. Auf dem Vorplatz hatten sich viele Menschen versammelt. Einige versuchten, über die Mauer auf die Bahnsteige zu gelangen und wurden von den Sicherheitskräften brutal heruntergeprügelt. Ich hatte in dieser Nacht Angst. Denn obwohl zu spüren war, dass in der DDR etwas in Bewegung kommt, wußte ja keiner wohin sich das bewegt. Alles hätte auch eskalieren können.“

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