Mangel an Hebammen ist Resultat des Nichthandelns der Regierungskoalitionen auf Bundes- und Landesebene

Dresden. Die Freie Presse berichtet heute in der Stollberger Ausgabe, dass ab dem 1. Januar 2016 die Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Stollberg ausgesetzt wird, weil die Dienste mit Hebammen nicht mehr abgedeckt werden können.

Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der GRÜNEN im Sächsischen Landtag erklärt: „Der Freistaat darf nicht länger zuschauen, wie die letzten Hebammen gezwungen sind, die Geburtshilfe aufzugeben. Der Mangel an Hebammen, den wir gerade in der Stollberger Klinik erleben, ist das traurige Resultat des Nichthandelns der Regierungskoalitionen auf Bundes- und Landesebene. Die Leidtragen sind neben den Hebammen auch Mütter und Väter, die kaum mehr eine Hebamme finden, die sie in der Geburtsvorbereitung, zur Geburt und im Wochenbett betreut.“

„Die flächendeckende Hebammenversorgung in Sachsen ist ernsthaft in Gefahr. Davon konnte ich mich zuletzt auf der viertägigen Hebammen-Tour durch Sachsen im Juli überzeugen. Es geht nicht mehr um Versorgungsengpässe. Wenn der Freistaat nicht gegensteuert, wird es bald keine Geburtshäuser, persönlichen Hebammen oder ambulante Geburten im Freistaat mehr geben. Die realen Zahlen der Geburtshilfe müssen endlich auf den Tisch. Sachsen braucht dringend Lösungen, die Hebammenversorgung wieder flächendeckend sicherzustellen“, fordert Zschocke.

Dazu hat die GRÜNE-Fraktion im Juli den Antrag „Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen sicherstellen“ in den Landtag eingebracht. „Obwohl sich alle Fraktionen in der Debatte einig waren, wie wichtig die Arbeit von Hebammen ist, lehnten CDU und SPD unseren Antrag im September in allen Punkten ab. Wir werden weiter Druck machen. Die Vertröstungen von Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) helfen den Hebammen in keiner Weise“, ist Zschocke überzeugt.

Hintergrund:

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In den vergangenen Jahren sind die Versicherungsbeiträge für freiberufliche Hebammen drastisch angestiegen. Die kaum bezahlbaren Beiträge haben auch in Sachsen zu großflächigen Hebammenverlusten geführt. Die letzten etwa 70 Hebammen, die überhaupt noch ambulante Geburtshilfe anbieten, sind in ihrer Existenz bedroht.

Der GRÜNE-Antrag „Ambulante Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen sicherstellen“ (Drs. 6/1874):

http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/6_Drs_1874_0_1_1_.pdf

Ergänzung des GRÜNEN-Antrages um die Einrichtung eines Hebammennotfonds (Drs. 6/2686):

http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=2686&dok_art=Drs&leg_per=6

Stellungnahme der Staatsregierung zum Antrag:

https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Antraege/2015-GRUENE_SLT-Antrag_Stellungnahme-Hebammenversorgung_in_Sachsen_sicherstellen.pdf

Mehr zum Thema:

http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/themen/familie/gruene-hebammentour-2015/

Pressemitteilung (Erzgebirge) | 16.12.2015

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