4 Wege aus der Laubbläsermisere

Unsere Städte sind wichtige Lebensräume für Insekten. Geht es den Insekten gut, profitiert die gesamte Biodiversität der Region. Insektenschutz geht alle an und darf nicht nur als Sache der Landwirtschaft abgetan werden. Auch in den Städten haben wir vielfältige Möglichkeiten, dem Verlust an Artenvielfalt zu begegnen! Dazu gehört auch insektenschonende Grünpflege.

Aktuell ertönen leider noch viel zu oft Laubbläser und -sauger, die für die Insekten eine große Gefahr darstellen. Durch das aufgewirbelte Laub und die schnelle Luftbewegung werden die Insekten verletzt oder ihres Unterschlupfes beraubt. Die unter den Bäumen verwesenden Blätter fehlen und können daher nicht mehr dazu beitragen, dass sich Humus bildet – die Bodenqualität nimmt ab. Gerade in Zeiten der Klimakrise und zunehmender Hitze kommt es aber darauf an, dass der Boden fruchtbar bleibt und nicht austrocknet.

Zudem haben Laubbläser oft einen Schallpegel von über 100 Dezibel und sind damit ungefähr so ​​laut wie ein Presslufthammer. Dieser Lärm belästigt Menschen und Tiere und schädigt die Gesundheit von Anwohner:innen und Passant:innen sowie der Person, die das Gerät benutzt. Auch die Luftverschmutzung ist ein ernstes Probelm in der Stadt, die durch den Gebrauch von Verbrenner-Laubbläsern noch doppelt verschlimmert wird: einmal durch Abgase und zusätzlich durch den aufgewirbelten Staub.

4 konkrete Schritte, um das Problem zu lindern:

  1. Kommunen gehen mit gutem Beispiel voran und nutzen einen Vergabestandard, der insektenfreundliche Grünpflege gezielt berücksichtigt,
  2. es werden nur noch die Flächen von Laub befreit, bei denen es (aus Sicherheitsgründen) absolut notwendig ist,
  3. bei zukünftigen Neuerwerben werden nur noch emissionsarme Elektrogeräte besorgt,
  4. und bei all dem gilt, dass der Mehraufwand bei der Grünpflege nicht zu Lasten der Beschäftigten geht.

Wir brauchen im Bereich der Grünpflege dringend ein Umsteuern hin zu mehr Insektenschutz! Alle gewinnen dadurch, dass es weniger Belastungen durch Feinstaub und Lärm, mehr Unterschlupf für Tiere und in der Folge auch mehr Biodiversität gibt.

Mit dem geplanten „Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz“ von Umweltministerin Steffi Lemke besteht die Chance, die Kommunen bei der Umsetzung von insektenschonender Grünpflege zu unterstützen! Mehr Infos findet man hier. Erfahrungen bei der Beschaffung lärmarmer Geräte und Maschinen liegen bereits aus Berlin vor. Dort existiert seit 2019 eine Verwaltungsvorschrift für umweltverträgliche Beschaffung.

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