“Jeden Tag etwas machen für die Demokratie, damit unsere Gesellschaft zusammenbleibt”

Mehr Sonne, mehr Wind, mehr Frieden: Heute war ich bei der Verleihung des Chemnitzer Friedenspreises im Rathaus und zuvor beim Globalen Klimastreik auf der Straße. Frieden und Klimaschutz hängen eng zusammen.

Die Forderungen beim Klimastreik waren keineswegs radikal, sondern der aktuellen Situation auf unserem Planeten angemessen: Ausstieg aus fossiler Energie, Turbo für den Ausbau erneuerbarer Energien in unserer Stadt oder bessere Unterstützung des ÖPNV. Gerade eine Industriestadt wie Chemnitz muss unabhängig werden von den immer teurer werdenden fossilen Energien. Erneuerbare Energie- und Wärmeversorgung ist technologisch möglich. Jetzt müssen Schritt für Schritt die Systeme umgestellt werden, damit wir in Frieden und Demokratie leben und Energie auch morgen noch bezahlen können.

Aber leider lösen selbst einfachste Forderungen wie Tempo 30 in der Stadt oder ein Tempolimit 120 auf der Autobahn bei nicht wenigen Menschen in Chemnitz den blanken Hass aus. Dass ich als GRÜNER diesen Hass permanent abbekomme, bin ich seit Jahrzehnten gewohnt. Aber an die „Fuck You Greta!“-Aufkleber an den fetten SUVs oder die wüsten Beschimpfungen von Schülerinnen und Schüler, die – wie heute – mit einem Klimaschutzplakat über eine grüne Fußgängerampel laufen, werde ich mich nie gewöhnen. Ich mache mir große Sorgen, wohin diese zunehmende Entgrenzung im Umgang miteinander führt.

Umso wichtiger daher die Worte von Ella Shvemmer (Bildmitte) beim Chemnitzer Friedenspreis: „Wir müssen jeden Tag etwas machen für die Demokratie, damit unsere Gesellschaft zusammenbleibt und wir in Frieden zusammen leben können.“ Sie und ihr Mann helfen Menschen aus anderen Ländern, in Chemnitz anzukommen.

Angesichts dramatischer Klima-Notstände auf dem Planeten und der entfesselten Kriegsgewalt in Europa kann jede und jeder klar erkennen, wie gefährlich es ist, in der fossilen Abhängigkeit zu verharren. Wenn es nicht gelingt, die globale Erderwärmung deutlich zu bremsen, werden die Notstände und Konflikte auf unserem Planeten weiter zunehmen. Klimaschutz ist eine zentrale Voraussetzung für den Erhalt von Frieden und Demokratie.

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