Konflikt um Nutzung des ehemaligen Steinbruchs Holzberg – BÜNDNISGRÜNE fordern ein Moratorium

Dresden/Eilenburg. Im ehemaligen Steinbruch Holzberg bei Böhlitz ist in den vergangenen Jahren ein sehr artenreiches und wertvolles Biotop sowie ein überregional beliebtes Kletterareal entstanden. Die Baufirma KAFRIL, die den ehemaligen Steinbruch gekauft hat, um aus dem Holzberg eine firmeneigene Erdstoffdeponie zu machen, hat aber nun angekündigt, mit den Vorbereitungen für die Verfüllungstätigkeit zu beginnen und den Nutzungsvertrag für das Klettern gekündigt. Dadurch würde nicht nur ein beliebtes Erholungsgebiet verloren gehen, sondern auch ein wertvolles Biotop zerstört und die ansässige Artenvielfalt wieder verdrängt werden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag macht sich deshalb für ein Moratorium stark. 

Volkmar Zschocke, umwelt- und naturschutzpolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, erklärt dazu: 

„Bevor in diesem einzigartigen Gebiet unumkehrbare Fakten geschaffen werden, muss die bergerechtliche Zulässigkeit dringend auf den Prüfstand. Es müssen alle Ausweichmöglichkeiten vollumfänglich analysiert werden. Insbesondere der Biotopschutz muss geprüft und rechtlich sichergestellt werden. Wir BÜNDNISGRÜNE stehen hinter dem Vorhaben des Aktionsbündnisses, das sich seit 2019 mit beispiellosem Engagement dafür einsetzt, Naturschutz, Erholung und Klettersport miteinander zu verzahnen. Das ist eine echte Chance für die Region und darf nicht vermeintlichem Zeitdruck zum Opfer fallen. Deshalb braucht es aus unserer Sicht jetzt ein Moratorium.“ 

„Mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft war eine Lösung mit der Förderung eines Kaufs durch die Initiative bereits fortgeschritten, wurde aber leider durch KAFRIL ausgeschlagen. Wir BÜNDNISGRÜNE sehen dennoch nach wie vor die Möglichkeit, einen Ausgleich der Interessen zu erreichen. Voreilige Eingriffe in das Biotop würden dies hingegen unmöglich machen. Es ist zum Beispiel absolut sinnvoll, die bereits weit identifizierte Ersatzstandortlösung für die Erdstoffdeponie im ehemaligen Tagebau Schleenhain zu nutzen. Das sollte auch für das Unternehmen finanziell verlustfrei funktionieren. Wir fordern alle Beteiligten auf, nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen.“

Hier die Petition unterstützen: https://www.openpetition.de/petition/online/holzberg-biotop-rettung-jetzt

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