Hohe radioaktive Belastung des Schwarzwildfleisches in Landkreisen Vogtland, Erzgebirge und Zwickau

Nachdem Ergebnisse der radiologischen Untersuchung von erlegtem Schwarzwild vor allem im Süden des Vogtlandkreises hohe Überschreitungen des zugelassenen Höchstwertes von 600 Becquerel pro Kilo aufzeigten, wurde die Praxis der Pflichtuntersuchungen ausgeweitet. Wie die Antwort auf eine Kleine Anfrage des Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Volkmar Zschocke, an die Staatsregierung ergab, erhöhte sich die Anzahl der radiologischen Untersuchungen von erlegtem Schwarzwild im Vogtland, dem Landkreis Zwickau sowie auch dem Erzgebirgskreis maßgeblich. So wurden beispielsweise im Erzgebirge nach nur vereinzelten Proben in den Jahren zwischen 2005 und 2013 nunmehr über 100 Schwarzwild-Fleischproben pro Jahr auf radioaktives Cäsium 137 hin untersucht.

„Auch über 30 Jahre nach dem verheerenden Reaktorunfall von Tschernobyl sind die Auswirkungen dieses Ereignisses – wenn auch mit abnehmender Tendenz – noch in unseren sächsischen Wäldern, insbesondere im Schwarzwildbestand, spürbar“, so der GRÜNE Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke.

„So überschritten in den Jahren 2014/2015 im Schnitt immerhin noch 33 % der untersuchten Fleischproben den vorgegebenen Grenzwert von 600 Bq/kg und dies zum Teil sehr drastisch. Speziell im Winter dieses Untersuchungszeitraumes lag der höchste Messwert bei 7.470 Bq/kg, das ist das über 12-fache des Zugelassenen. Zur gesundheitlichen Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist die räumliche Ausweitung des Pflichtuntersuchungsgebietes mit wesentlich mehr Prüfungen aus unserer Sicht der richtige Schritt“, erklärt er weiter.

Schwarzwildfleisch, welches höher als vorgeschrieben belastet ist, darf nicht in den Handel gelangen und muss entsorgt werden. Auf Nachfrage des GRÜNEN Landtagsabgeordneten beziffert das sächsische Verbraucherschutzministerium die Anzahl der Anträge auf Schadensausgleich aus der Privatjagd beim Bundesverwaltungsamt auf 550 seit September 2012.

 

Kleine Anfrage „Radioaktiv belastetes Schwarzwild-Fleisch“ (Drs. 6/5882)

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