GRÜNER Antrag zur Alkoholprävention − Ablehnung im Sozialausschuss ist das falsche Signal − Die Alkoholprävention in Sachsen muss ausgebaut werden

 

Zschocke: Der Suchtbericht für Sachsen belegt jedes Jahr aufs Neue: Alkohol bleibt die Problemdroge Nummer eins!

 

 

Dresden. In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Soziales, Verbraucherschutz und Integration wurde der GRÜNE Antrag ‚Das nationale Gesundheitsziel „Alkoholkonsum reduzieren“ unterstützen – Risiken des Alkoholkonsums klar benennen und entgegenwirken – Alkoholprävention in Sachsen ausbauen‘ zur Abstimmung gestellt.

„Die Ablehnung des Antrags im Sozialausschuss mit den Stimmen von CDU und SPD ist, angesichts dieser Zahlen, das falsche Signal“, kritisiert Volkmar Zschocke, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Denn die Alkoholprävention in Sachsen muss ausgebaut werden,“ erläutert Zschocke. „Der Suchtbericht für Sachsen belegt jedes Jahr aufs Neue: Alkohol ist weiterhin die Problemdroge Nummer eins.“ Der Freistaat liegt im Bundesvergleich auf Rang vier mit 23 Alkohol-Toten pro 100.000 Einwohner. Mit über 1.000 Menschen sterben in Sachsen überdurchschnittlich viele an den Folgen alkoholbedingter Krankheiten.

„Es reicht nicht aus, dass die Staatsregierung sich in der Stellungnahme zum Antrag auf >>zahlreiche Projekte und Aktivitäten zur Prävention<< beruft. Die Zahlen für Sachsen sind weiterhin alarmierend hoch, eine Trendwende ist bis jetzt nicht in Sicht“, schätzt der Abgeordnete ein.

„Kinder und Jugendliche sind in besonderer Weise betroffen. Hier muss der Freistaat genau hinschauen und entschlossen handeln,“ fordert Zschocke. In Sachsen werden jährlich 150 bis 500 Kinder mit Schäden aufgrund von Alkoholkonsum geboren. Die Fallzahlen der unter 18-Jährigen, die aufgrund eines Alkoholrausches im Krankenhaus behandelt wurden, geht bundesweit seit 2013 zurück. In Sachsen hat sich die Anzahl der Fälle im selben Zeitraum allerdings um zehn Prozent erhöht.“

Dr. Olaf Rilke, Leiter der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e.V., bestätigt, dass im Freistaat Sachsen die >>alkoholbedingte Problemlast überdurchschnittlich hoch<< ist und schlussfolgert daraus: >>Gefragt sind vielfältige Initiativen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes, die Verfügbarkeit und Nachfrage von Alkohol einschränken und den verantwortungsvollen Umgang fördern.<<

 

GRÜNER Antrag ‚Das nationale Gesundheitsziel „Alkoholkonsum reduzieren“ unterstützen – Risiken des Alkoholkonsums klar benennen und entgegenwirken – Alkoholprävention in Sachsen ausbauen‘ (Drs 6/12462)

Stellungnahme der Staatsregierung zum Antrag

Aktueller Suchtbericht für Sachsen (siehe Seite 4)

 

Hintergrund:

Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland in Sachen Alkohol ein Hochkonsumland. Im Jahr wird pro Einwohner/in im Durchschnitt 11 Liter Reinalkohol konsumiert.

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