Entscheidung Südverbund: Neue Chancen für Schönau und Altendorf

Heute bin ich mit Bernhard Herrmann und einem Anwohner die Freihaltetrasse für den immer noch geplanten Abschnitt des Südverbundes zwischen Neefestraße und Kalkstraße (Teile III und V) abgelaufen. Seit vielen Jahren hinterfragen wir BÜNDNISGRÜNEN die Notwendigkeit dieser Straßenbaumaßnahme. Nun wollen wir den Blick darauf lenken, welche großen Chancen ein Verzicht auf diese beiden Abschnitte für die Stadtteile und Chemnitz insgesamt hat:

Verkehr kann flüssig aus der Stadt herausfließen: Der PKW- und Schwerlastverkehr vom Südverbund kann konsequent über den Überflieger aus der Stadt herausgeleitet werden. Mit der A72 steht eine hochleistungsfähige Verkehrsverbindung zur Verfügung, die den Chemnitzer Stadtring im Westen und Norden schließt.

Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner:innen im Bereich Bahnstraße: Nach Jahrzehnten des Durchgangsverkehrs hätten die Anwohner:innen endlich eine reale Chance auf Verkehrsberuhigung. Der Durchgangsverkehr könnte wirksam aus dem Quartier herausgehalten werden. Der vorhandene Südverbundstumpf kann so zurückgebaut werden, das Zufahrten erhalten bleiben. Die inzwischen gut ausgebaute und durch die Messe verlaufende Jaenickestraße kann den Querungsverkehr zwischen Neefestraße und Zwickauer Straße problemlos und ohne Störungen von Anlieger:innen aufnehmen.

Neue Standorte für Chemnitzer Unternehmen: Chemnitz braucht dringend innerstädtische Flächen für klein- und mittelständisches Gewerbe. Die nach Jahrzehnten der Unklarheit zum Teil stark verwahrlosten Areale der Freihaltetrasse südlich der Zwickauer Straße können endlich neuen Nutzungen zugeführt werden.

Attraktive Wohnbaustandorte in der Stadt: Neben nicht störendem Gewerbe könnten beispielsweise auch innerstädtische Wohnbauflächen in dem Bereich zwischen Zwickauer und Neefestraße entwickelt werden. Die Nachfrage ist nach wie vor groß. Einer Zersiedelung durch immer neue Wohnbaustandorte am Stadtrand könnte so entgegengewirkt werden. Es macht keinen Sinn, mit dem Versprechen auf Ruhe neue Wohngebiete am Stadtrand zu erschließen, die dann wieder neue Straßen und neuen Verkehr nach sich ziehen.

Aufwertung des Umfeldes an der Zwickauer Straße: Die jahrzehntelange Hängepartie zum Weiterbau des Südverbundes verhindert eine geordnete Umfeldentwicklung der Zwickauer Straße im Bereich der Freihaltetrasse. Mit der Aufgabe dieser überholten Planung bestünde endlich die Chance, diesen wichtigen Stadteingang auch gestalterisch aufzuwerten.

Schönauer Hang kann aufatmen: Ein Verzicht auf den Weiterbau jenseits der Zwickauer Straße über den Schönauer Hang erspart der Stadt gravierende Einschnitte in die vorhandene alte und auch neue Siedlungsstruktur – verbunden mit hohen Kosten für Abrisse, Entschädigungen und Lärmschutz. Die Anwohner:innen können aufatmen und eine Perspektive für sich und ihre Kinder entwickeln.

Erholungsbereich Harthweg: Der bei vielen Chemnitzer:innen beliebte Harthweg bleibt erhalten. Im Bereich der Freihaltetrasse sind in den Jahrzehnten hochwertige Natur- und Landschaftsbereiche entstanden. Diese stünden nicht nur für Erholung, Entspannung, sondern auch für mehr Natur in der Stadt zur Verfügung. Die Frischluftschneise bliebe unverbaut und die massiven Beeinträchtigungen für Umwelt und Wohnumfeld in Schönau und Altendorf würden entfallen.

Mehr Geld für Straßenreparatur und Brückensanierung. Der Verzicht auf beide Abschnitte inklusiver der aufwändigen Unterquerung der Bahntrasse würde der Stadt zig Millionen Euro kommunale Mittel ersparen. Diese stünden perspektivisch für die dringend notwendige Reparatur und den Erhalt der vorhandenen Straßeninfrastruktur zur Verfügung. Brücken, wie die der Erzberger Straße, müssten nicht mehr gesperrt oder abgerissen, sondern könnten saniert werden. Die Folgebelastungen durch dauerhaft zusätzliche Betriebs- und Unterhaltungsaufwendungen durch neue Straßen und Tunnelbauwerke für den Südverbund würden kommenden Generationen erspart.

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