Elektrobusse als mobile Notstromversorgung? Stadt soll Beitrag zur Versorgungssicherheit prüfen

Pressemitteilung: 07.07.2026

Zu dem von der Fraktion für September 2026 eingebrachten Prüfauftrag zur Nutzung von Elektrobussen und Elektrofahrzeugen als mobile Stromspeicher erklärt der Fraktionsvorsitzende und energiepolitische Sprecher Volkmar Zschocke: „Stromausfälle treten in Deutschland vergleichsweise selten auf. Dennoch müssen Kommunen darauf vorbereitet sein, kritische Infrastruktur im Ernstfall handlungsfähig zu halten. Mit unserem Antrag wollen wir prüfen lassen, inwiefern auch die Batteriekapazitäten von Elektrobussen und anderen kommunalen Elektrofahrzeugen künftig einen Beitrag zur Sicherheit in Krisensituationen Chemnitz leisten können.

Moderne Elektrobusse verfügen über leistungsfähige Batteriespeicher, die im Rahmen sogenannter Vehicle-to-Grid- beziehungsweise Vehicle-to-Building-Systeme nicht nur Strom aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder abgeben können. Diese Technologie eröffnet eine Möglichkeit, zum Beispiel Leitstellen von Feuerwehr, Polizei oder medizinischer Versorgung bei einem Stromausfall für eine gewisse Zeit zusätzlich abzusichern. Große Fahrzeugbatterien könnten perspektivisch Teil einer mobilen Stromversorgung in Krisensituationen werden.

Ob das in Chemnitz funktioniert und auch sinnvoll wäre, soll mit unserem Antrag fachlich geprüft werden. Wir möchten wissen, welche kritischen Einrichtungen in Chemnitz von einer solchen Lösung profitieren könnten, welche technischen Voraussetzungen geschaffen werden müssten und welche Größenordnung erforderlich wäre, um relevante Bereiche, die bisher über keine Notstromversorgung verfügen, im Notfall zu unterstützen.

Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit der CVAG sowie weiteren städtischen Unternehmen wie dem ASR. Diese Unternehmen prüfen die Elektrifizierung eines Teils ihrer Fahrzeugflotten. Unser Vorschlag ist, vor der Entscheidung zur Beschaffung oder Umrüstung von Fahrzeugen auch deren erweiterte Einsatzmöglichkeiten zu betrachten. Geplante Investitionen könnten so künftig einen doppelten Nutzen entfalten – für klimafreundliche Mobilität und für mehr Krisenvorsorge.

Von der Informationsvorlage erhoffen wir uns Aussagen zu potenziellen Einsatzorten, technischen Anforderungen, Fahrzeugbedarfen, organisatorischen Rahmenbedingungen, Fördermitteln und zu einer modellhaften Erprobung.“

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