Eine Stadtgesellschaft, die mehr kann, als sie sich selbst manchmal zutraut

Das ist ein Bild von der Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres im Januar 2025. In unserer Fraktionserklärung zur heutigen Stadtratssitzung bin ich auf das nunmehr am Wochenende bevorstehende Kulturhauptstadtfinale eingegangen:

Chemnitz hat 2025 gezeigt, was in unserer Stadt steckt: enorm viel Kreativität, Mut und eine Stadtgesellschaft, die mehr kann, als sie sich selbst manchmal zutraut.

Und Chemnitz hat gezeigt, wie wir überregional wahrgenommen werden: gastfreundlich, zugewandt, lebenswert, offen und international (das ist übrigens auch ein Grund, warum bestimmte Teile dieses Stadtrats der Kulturhauptstadt stets ablehnend oder kritisch gegenüberstanden).

Der kommende Samstag soll kein Schlusspunkt sein, sondern ein Auftakt. All das, was in diesem Jahr Tausende Menschen miteinander verbunden hat, was das Image unserer Stadt europaweit verbessert hat und was dem oft angekratzten Chemnitzer Selbstbewusstsein Auftrieb gegeben hat, darf nun nicht verpuffen. All das verdient Kontinuität – und keine Beendigung nach dem Festjahr.

Gleichzeitig herrscht Unsicherheit, was nun folgt – gerade bei den Menschen, die sich unermüdlich eingebracht und dabei an ihre Grenzen gegangen sind: Wie sieht die Perspektive aus? Unterstützt uns der Freistaat weiter? Wie verstetigt sich die neue Zusammenarbeit von Stadt und Region? Bleibt es bei Imagegewinnen oder folgen auch messbare wirtschaftliche Effekte? Folgen aus Maker Hubs irgendwann Start-ups, zieht die Stadt nicht nur Touristen, sondern auch Fachkräfte an? Materialisieren sich die Kulturhauptstadteffekte in künftigen Einnahmen?

Mit dem Ende des Kulturhauptstadtjahres beginnt eine neue harte Runde der Haushaltskonsolidierung. Doch nur mit einer mutigen Haltung und entsprechenden finanziellen Grundlagen können nachhaltige Folgewirkungen aus dem Jahr 2025 erzielt werden.

Wir kämpfen dafür, erfolgreiche Formate zu verstetigen, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und den europäischen Blick nicht wieder zu verlieren. Wir wollen nicht zurück in alte defensive Muster – wir wollen nach vorn, gemeinsam mit den Menschen, die dieses Jahr geprägt haben.

Chemnitz kann mehr – und Chemnitz will mehr. Unsere Aufgabe ist es, nun dafür zu sorgen, dass die Chancen aus 2025 nicht ungenutzt vorbeiziehen.

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