Delitzsch legt eigene Prüfergebnisse vor – Sicherung des Geländes hat Vorrang

 

Aktuelle Untersuchungsergebnisse der Stadtverwaltung Delitzsch zeigen, dass auf dem Gelände des Biomassekraftwerkes Delitzsch Schwermetalle in das Wassersystem gelangen. Auf eine kleine Anfrage von Volkmar Zschocke (Drs. 6/5700) hat das Umweltministerium noch vor einer Woche knapp geantwortet, dass durch die Vielzahl möglicher Einflüsse keine eindeutige Zuordnung der Sedimentverunreinigung im Gertitzer Graben/Lober zu einem bestimmten Abwassereinleiter möglich sei.

Der Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Volkmar Zschocke, erklärt hierzu: „Im Biomassekraftwerk Delitzsch lagern ordnungswidrig 40.000 Tonnen Asche und Schlacke in direkter Nähe zu einem Wohngebiet. Das für die Überwachung zuständige Landratsamt Nordsachsen tolerierte jahrelang die unhaltbaren Zustände auf dem Betriebsgelände. Es scheint demnach nicht in der Lage zu sein, adäquat zu prüfen. Eine unabhängige Untersuchung des Aschebergs hält der Umweltminister trotzdem für unnötig.“

„Das ist schon sehr irritierend, wenn giftige Schwermetalle im Wasser einfach hingenommen werden. Vom zuständigen CDU-Umweltminister Schmidt erwarte ich mehr Engagement, wenn es um den Schutz von Grundwasser und Boden geht. Es darf nicht zum Normalfall werden, dass in Sachsen jetzt die Kommunen die Aufgaben übergeordneter Behörden übernehmen müssen.“

“Ich fordere den Umweltminister Schmidt und den Landrat Emanuel auf, jetzt schnellstmöglich unabhängig vom Betreiber klären zu lassen, wodurch die Schwermetalle auf dem Kraftwerksgelände freigesetzt werden. Die Ursache muss sofort beseitigt werden, um weitere Umweltschäden zu vermeiden.“

 

Kleine Anfrage „Nachfrage zu Drs. 6/14928 Delitzscher Biomassekraftwerk“ (Drs 6/5700)

Zusammenfassung des Abfallskandals in Delitzsch

Luftaufnahmen des Biomassekraftwerks Delitzsch (Quelle: Bürgerverein Sauberes Delitzscher Land)

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