Bundestag beschließt Hospiz- und Palliativgesetz: Anhörung GRÜNER Antrag „Palliativ- und Hospizversorgung weiterentwickeln“ Ende November im Landtag

Zur heutigen Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) im Deutschen Bundestag erklärt Volkmar Zschocke, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Sterben betrifft jeden – aber das verdrängen wir gern. Viele Menschen sterben einsam, oft unter Schmerzen. Eine gute Palliativmedizin und ausreichend Hospizplätze sind dringend notwendig, um ein selbstbestimmtes Sterben in Würde zu ermöglichen. Das Bundesgesetz ist ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Versorgung sterbender und schwerkranker Menschen. An der Überlastung der Pflegekräfte werden die bereitgestellten Bundesmittel jedoch wenig ändern. Für eine gute Hospizkultur und palliative Pflege fehlt vielen Einrichtungen das Personal.“

„Sachsen muss seinen Beitrag dazu leisten, allen zu ermöglichen, dass ihr letzter Lebensabschnitt würdevoll, möglichst schmerzfrei und begleitet ist. Deshalb hat die GRÜNE-Fraktion einen Antrag in den Sächsischen Landtag eingebracht. Bei der Anhörung Ende November soll die aktuelle Hospiz- und Palliativversorgung im Freistaat betrachtet werden. Denn die Begleitung und Versorgung Schwerkranker, sterbender und trauernder Menschen braucht mehr als Lippenbekenntnisse im Koalitionsvertrag.“

„Wir möchten wissen, ob Versorgungslücken bestehen und wollen vor allem die ländlichen Regionen in den Blick nehmen. Außerdem sollen die Bedürfnisse Sterbender und deren Angehöriger genauer betrachtet werden. Um das zu erreichen, fordern wir eine Fortschreibung der Konzeption zur Hospiz- und Palliativarbeit im Freistaat Sachsen, die seit 2007 nicht mehr weiterentwickelt worden ist. Wir fordern die Staatsregierung auf, im Rahmen der Fortschreibung, neue Angebote zu entwickeln, die pflegende Angehörige besser unterstützen und Familien im Trauerprozess begleiten. Besondere Bedürfnisse, zum Beispiel von behinderten Menschen im Sterbeprozess, sollen in den Fokus rücken. Bildungsangebote für Ärzte, Pflegende und multiprofessionelle Teams im Bereich Palliativmedizin, Palliative Care und Hospizarbeit sollen stärker vom Land gefördert werden.“

» Der GRÜNE Antrag: „Palliativ- und Hospizversorgung in Sachsen weiterentwickeln“ (Drs. 6/1872)

Pressemitteilung | 05.11.15

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