Biomassekraftwerk Delitzsch – GRÜNER MdL Zschocke: Ich fordere die Behörden auf, endlich die akuten Gefahren für Grund- und Oberflächenwasser, Boden und Luft umgehend und wirksam einzugrenzen

Bürgerverein ‚Sauberes Delitzsch Land e.V.‘ veröffentlichte neue Fotos, Dokumente und Messergebnisse – Volkmar Zschocke stellt Anfrage an Umweltminister

Im Biomassekraftwerk Delitzsch (Landkreis Nordsachsen) lagern seit vielen Jahren ordnungswidrig 40.000 Tonnen Asche und Schlacke in direkter Nähe zu einem Wohngebiet. Der Bürgerverein ‚Sauberes Delitzsch Land e.V.‘ hat jetzt Fotos, Dokumente und Messergebnisse veröffentlicht, die auf erhebliche, vom Standort des stillgelegten Biomassekraftwerk Delitzsch fortdauernd ausgehende Gefahren für Wasser, Boden, Luft und Mensch schließen lassen. Die Veröffentlichungen lassen daran zweifeln, dass der im Jahr 2017 veröffentlichte Prüfbericht und die bisher angewendeten Prüfmethoden die tatsächliche Belastung des Geländes und der Anlagen für alle belasteten Bereiche wiedergibt.

„Ich will von Umweltminister Thomas Schmidt wissen, wie jetzt schnellstmöglich unabhängig vom Betreiber mit einer erweiterten Untersuchung die Zusammensetzung und Schadstoffbelastung der in verschiedenen Bereichen des Geländes lagernden Aschen, Filterstäube und Verbrennungsrückstände geprüft wird“, erklärt der Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke, abfallpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. Er hat heute (5.3.) dazu erneut eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt.

„Zudem fordere ich die Behörden auf, jetzt endlich die akuten Gefahren für Grund- und Oberflächenwasser, Boden und Luft ernst zu nehmen und umgehend und wirksam einzugrenzen. Beim Sturm am 4. März kam es erneut zu erheblichen Verwehungen von belastetem Staub. Die auf dem Gelände lagernden Abfälle stellen zudem eine Brandgefahr dar.“

„Nach vielen Jahren Untätigkeit muss endlich auch der Schlackeberg und die schadstoffbelastete Ruine des Kraftwerkes beseitigt werden, um weitere Umweltschäden zu vermeiden. Längeres Warten bedeutet weiteren schleichenden Schadstoffaustrag sowie Anreicherung von Schwermetallen in der Umgebung des Biomassekraftwerkes. Durch die Insolvenz des Betreibers braucht es dafür Unterstützung von Landkreis und Freistaat. Ich erwarte dazu einen Vorschlag vom Umweltminister Schmidt“, unterstreicht Zschocke.

Weitere Informationen:

Aktuelle Veröffentlichung des Bürgervereins Sauberes Delitzsch Land e.V

Aktuelle Kleine Anfrage des Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke (GRÜNE) ‚Neue Erkenntnisse zum Biomassekraftwerk Delitzsch‚ (Drs 6/16946)

Hintergrund:
Bei der Untersuchung des Schlackebergs wurden bisher sogenannte Eluat-Tests nach der Deponieverordnung durchgeführt. Dabei wird getestet, welche Schadstoffmengen aus dem zu untersuchenden Stoff sich in Wasser lösen. Dieses Prüfverfahren ist aus mehreren Gründen nicht aussagekräftig: Zum einen handelt es sich bei dem Betriebsgelände des Biomassekraftwerkes um keine Deponie, weshalb die Grenzwerte der Bundesbodenschutzverordnung herangezogen werden müssen. Zum anderen wird bei Eluat-Tests nicht untersucht, wie hoch die gesamten Schadstoffmengen im Feststoff sind, sondern nur wie viel Schadstoffe sich innerhalb eines kurzen Zeitraumes in Wasser lösen.

Kleine Anfrage und Antwort der Staatsregierung zum Prüfbericht 2017 (Drs 6/7377)

Zusammenfassung des Abfallskandals in Delitzsch

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