Bezahlbare Energie: Chemnitz muss den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent fortsetzen

Pressemitteilung: 31.03.2026

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kämpft im Stadtrat Chemnitz dafür, dass der Ausbau von erneuerbaren Energien in Chemnitz trotz unsicherer politischer Vorgaben weiter vorangetrieben wird.

Geplant ist auf Bundesebene unter anderem das sogenannte „Netzpaket“ sowie Änderungen am EEG 2027. Diese könnten den Ausbau der Energiewende in Chemnitz verlangsamen. Die Stadtverwaltung bewertet eine solche Entwicklung als „falschen Weg“. In einer Antwort auf eine Anfrage im Stadtrat wird der Ausbau von Solarenergie in Chemnitz als „ein Erfolgsmodell der Energiewende“ bezeichnet. Ein langsamerer Ausbau von Photovoltaik würde aus Sicht der Stadt das Ziel gefährden, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Außerdem hätte das negative Folgen für regionale Unternehmen, vor allem für Handwerksbetriebe und Planungsbüros im Bereich erneuerbare Energien.

Die Bündnisgrünen im Stadtrat teilen diese Einschätzung. Ihr energiepolitischer Sprecher, Volkmar Zschocke, sagt: „Der Ausbau ist wichtig, damit die Energiekosten bezahlbar bleiben. Gerade jetzt, wo die Preise deutlich steigen, wäre es falsch, den Ausbau zu bremsen. Gute
wirtschaftliche Entwicklungen vor Ort dürfen nicht durch schlechte Gesetze aus Berlin gestoppt werden.“

Gleichzeitig zeigt die Stadtverwaltung in der Antwort auf die Anfrage, dass sich Photovoltaik-Anlagen auch dann lohnen, wenn der erzeugte Strom direkt selbst genutzt wird. „Das hilft, die steigenden Energiekosten vor Ort zu begrenzen. Es ist auch möglich, zum Beispiel auf dem Dach vom Stadion an der Gellertstraße Strom zu erzeugen, diesen lokal einzuspeisen und damit die Stromrechnung umliegender Kitas und
Verwaltungsgebäude zu senken. Das heißt Bilanzkreis. Da Stromspeicher in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden sind, kann auch lokale Speicherung eine künftige Option sein. Durch solche Lösungen wird die Energieversorgung unserer Stadt ein Stück unabhängiger von teuren fossilen Energien wie Öl und Gas,“ erläutert Zschocke.

Die Fraktion unterstützt die Idee, vor allem bereits versiegelte Flächen zu nutzen. Volkmar Zschocke: „Dächer, Fassaden, Parkplätze und Gewerbeflächen – es gibt noch viel ungenutztes Potenzial für Solaranlagen in unserer Stadt. Auch bereits geplante Projekte, wie die Nutzung von Solarenergie auf dem Messeparkplatz, dürfen jetzt nicht in der Schublade verschwinden.“

Besonders wichtig sind die Musterlösungen für Solaranlagen in den Großplattensiedlungen, an denen die Stadtverwaltung gerade arbeitet. Volkmar Zschocke: „Viele Mieterinnen und Mieter in Chemnitz leiden unter steigenden Energiekosten. Wir kämpfen dafür, dass Energie bezahlbar bleibt. Genossenschaftlich erzeugter Solarstrom vom Dach kann durch gemeinschaftliche Nutzung und hohen Eigenverbrauch die Energiekosten in den privaten Haushalten senken.“

Informationsanfrage „Netzpaket und Änderungen am GEG: Auswirkungen auf Chemnitz“: https://sessionnet.owl-it.de/chemnitz/bi/ag0050.asp?__kagnr=29899

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