Besserer Schutz für den Jüdischen Friedhof in Chemnitz

Sachsen stellt 460000 Euro für Umfriedung und Schutz vor Vandalismus bereit.

Chemnitz. Die Jüdische Gemeinde in Chemnitz kann sich über eine beträchtliche finanzielle Unterstützung für den Schutz und Erhalt des über 150 Jahre alten Jüdischen Friedhofes im Stadtteil Altendorf freuen. Die Sächsische Staatsregierung bewilligte 460.000 Euro, die aus der Verteilung der Mittel der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR stammen. Die Chemnitzer Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (Grüne) und Alexander Dierks (CDU) hatten sich beide gemeinsam dafür stark gemacht, den seit Jahren von Vandalen und Kupferdieben heimgesuchten Jüdischen Friedhof mit solch einer Förderung zu bedenken.

Das Geld wird komplett in einen neuen, nicht überkletterbaren Metallzaun, ein massives Tor und in weitere verschiedene Sicherheitsanlagen investiert. „Baubeginn könnte nach Freigabe der Mittel schon im Frühjahr sein. Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass der Friedhof und die Grabmale vor Vandalismus und Diebstahl geschützt sind und sich die Besucher des Friedhofs sicher fühlen“, sagt Alexander Dierks. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, für die Sicherheit des Jüdischen Friedhofes in Chemnitz zu sorgen“, betont Volkmar Zschocke.

Dr. Ruth Röcher, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, zeigte sich hocherfreut über die Unterstützung seitens des Freistaates. Erst im Sommer 2021 hatten Vandalen wieder mehrere Grabsteine von Kindergräbern auf dem Jüdischen Friedhof umgestoßen. In den Jahren zuvor schon waren andere Grabsteine immer wieder mit Farbe beschmiert oder beschädigt worden. Der neue Zaun soll künftig solche Gräberschändungen unmöglich machen.  Auf dem heute noch genutzten, etwa 3000 Quadratmeter umfassenden Jüdischen Friedhof sind über 1200 Chemnitzer Juden begraben. 

Der Jüdische Friedhof in Chemnitz.
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