Bergbau Pöhla – BÜNDNISGRÜNE: Massiver Eingriff in Natur erfordert alternatives Entsorgungskonzept

Dresden/Pöhla. Nachdem der Bergbau im Westerzgebirge vor rund 30 Jahren aufgegeben und anschließend durch die Wismut renaturiert wurde, arbeiten derzeit verschiedene Unternehmen an einer möglichen Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Erzbergwerkes. So will die SME Saxony Minerals & Exploration AG Halsbrücke (SME) auf dem Gebiet des Schwarzenberger Ortsteiles Pöhla vor allem Wolfram, Zinn und Flussspat aus der Lagerstätte „Pöhla-Globenstein“ abbauen. Der geplante Standort der neuerlichen Abraumhalde soll insgesamt etwa 29 Hektar umfassen, die Verlegung des Luchsbaches nötig machen und für den Verlust von circa 20 Hektar Wald sorgen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat zu dem Vorhaben ein Papier verabschiedet, welches den Tier- und Naturschutz in den Fokus nimmt.

Dazu erklärt Volkmar Zschocke, naturschutz- und umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Die aktuell geplante Halde stellt einen massiven Eingriff in den Lebensraum geschützter und bedrohter Tier- und Pflanzenarten dar. Mit der geplanten Abholzung des umliegenden Waldes und der Verlegung des Luchsbaches werden wichtige Lebensgrundlagen nachhaltig zerstört und ohnehin bedrohte Arten weiter gefährdet.“

„Wir BÜNDNISGRÜNE erwarten deshalb von der SME Saxony Minerals & Exploration AG Halsbrücke die Vorlage eines alternativen Entsorgungskonzeptes, mit dem die Abholzung von 20 Hektar Wald vermieden, die Flächeninanspruchnahme insgesamt massiv reduziert und die Vorkommen besonders geschützter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im hochsensiblen Gebiet des Luchsbachtals erhalten werden.“

„Zudem steht das verfahrenszuständige Oberbergamt in der Pflicht, im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine vollständige und sorgfältige Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Deshalb bestärken wir das zuständige Landratsamt Erzgebirge darin, alle arten-, naturschutz- und waldfachlichen Belange vorzutragen und deren konsequente und vollständige Berücksichtigung einzufordern. Darüber hinaus erwarten wir, dass der von der SME überarbeitete Rahmenbetriebsplan den betreffenden Naturschutzverbänden, den Trägern öffentlicher Belange sowie den Bürgerinnen und Bürgern von Pöhla mit der Option zu erneuten Stellungnahmen zugeleitet wird.“

Dr. Daniel Gerber, bergbaupolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, ergänzt:

„Das Luchsbachtal in Pöhla ist ein hochsensibles Arreal, in dem die Flächeninanspruchnahme wesentlich reduziert werden muss – dazu können moderne Aufbereitungs- und Entsorgungstechnologien beitragen. Es ist wichtig, dass wir die für die Energiewende benötigten Rohstoffe zu akzeptablen Preisen zur Verfügung haben und bei der Förderung hohe Transparenz-, Sozial- und Umweltstandards zur Anwendung bringen. Gleichzeitig müssen wir die sächsische Rohstoffstrategie künftig entschiedener auf Kreislaufwirtschaft, Rohstoffsubstitution und Wertstoffrückgewinnung ausrichten.“  

Weitere Informationen:

Positionspapier der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion: „Bergbauvorhaben Pöhla: Flächeninanspruchnahme minimieren – geschützte und bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie wertvolle Naturflächen im Luchsbachtal bewahren“

Skip to content