Programm OB-Wahl: Fernbahnanbindung von Chemnitz

Zur heutigen Abstimmung des Strukturstärkungsgesetzes im Deutschen Bundestag, welches auch eine Finanzierung für den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig vorsieht, kommentiert der Oberbürgermeisterkandidat Volkmar Zschocke:

„Es ist großartig, dass der Ausbau Chemnitz-Leipzig nun endlich finanziert ist und Planungssicherheit herrscht. Viel zu lange gab es nur Ankündigungen, aber wenig Greifbares. Dass nun die gesamte Strecke unter einer Gesetzgebung geplant und finanziert wird, ist ebenfalls positiv. Ich danke unserem Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn, dass er Anfang dieses Jahres noch auf dieses Problem hingewiesen hat.“

Zu der aktuellen Situation, dass der Ausbau voraussichtlich erst in 8 bis 10 Jahren abgeschlossen ist, ergänzt der Kandidat: „Eine Anbindung von Chemnitz an den Fernverkehr erst im Jahr 2028 ist viel zu spät. Die Region Südwestsachsen braucht einen leistungsfähigen ÖPNV und dazu gehört auch eine Fernverkehrsanbindung für Chemnitz. Viele Bürgerinnen und Bürger sind zurecht über diesen Missstand frustriert. Ich sehe es als eine wichtige Aufgabe für den nächsten Oberbürgermeister an, dass die alternativen Verbindungen über Dresden nach Rostock und die Mitte-Deutschland-Verbindung für Chemnitz umgesetzt werden. Von den Versprechungen der Deutschen Bahn sind wir bisher enttäuscht worden.“

„Die Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Leipzig ist ein zentraler Schritt zur Verbesserung der Bahnanbindung. Ich gebe mich aber nicht damit zufrieden, die Unternehmen und Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger allein darauf zu vertrösten. Als Oberbürgermeister werde ich die weiteren Möglichkeiten in den Blick nehmen, die kurzfristiger umgesetzt werden können: Seit Dezember 2018 verkehren täglich InterCity-Fernverkehrszüge aus dem Rheinland über die Mitte-Deutschland-Verbindung bis ins ostthüringische Gera. Ich will, dass die Doppelstock-IC nicht in Gera enden, sondern weiter nach Sachsen fahren. So könnte eine umsteigefreie Verbindung zwischen Ostthüringen und Südwestsachsen geschaffen und auf diese Weise Chemnitz an den Fernverkehr angebunden werden. Eine Verlängerung des IC von Gera nach Chemnitz ist auch ohne zusätzliche Investitionen und mit überschaubaren laufenden Kosten möglich.

Auch die Verbindung Chemnitz-Riesa-Elsterwerda ist bereits elektrifiziert und zweigleisig. In Koppelung mit der IC-Linie Dresden-Berlin (-Rostock) wäre auch hier eine Fernbahnanbindung möglich. Ich unterstütze und befördere zudem die Entwicklung der seit Jahren bestehenden Fernverkehrsinitiative Chemnitz zu einem noch wirksameren Bündnis, um den Druck auf die Entscheidungsträger bei Land, Bund und Bahn zu erhöhen. Ziel muss sein, mit einer starken Stimme und einer breiten Öffentlichkeit im Rücken die dringenden Chemnitzer Forderungen zur Fernbahnanbindung zu begründen.“