Stadtgrün im Klimastress: Mit begrenzten Ressourcen widerstandsfähige Stadtlandschaften für die Zukunft schaffen

Pressemitteilung vom 30.09.2026

Mit dem heutigen Ende der Schutzzeit für brütende Vögel, beginnt ab morgen wieder die Saison für Baumfällungen und Heckenschnitte. Gleichzeitig setzen Hitze, Trockenheit und neue Schädlinge den Bäumen und Grünflächen in Chemnitz zunehmend zu. Umso wichtiger ist eine Grünpflege, die nicht nur auf Schäden reagiert, sondern das Stadtgrün gezielt an die Folgen des Klimawandels anpasst. Stadtverwaltung und GGGmbH sind gezwungen, die Grünflächenpflege an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Antworten der Stadtverwaltung auf eine entsprechende Stadtratsanfrage bestätigen das langjährige Engagement der Grünen Ratsfraktion für den Erhalt des Stadtgrüns.

Die Stadtverwaltung nennt die in den vergangenen Jahren verstärkt auftretenden Hitze- und Trockenperioden als Hauptursache für die aktuellen Schäden an städtischen Gehölzen. „Der schnell voranschreitende Klimawandel setzt insbesondere den Baumbestand unter Druck. Dass neue Straßenbäume nur noch durch aufwändige Bewässerung erfolgreich anwachsen, zeigt den enormen Anpassungsbedarf“, erklärt Volkmar Zschocke, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion.

Chemnitz verfügt bislang über kein eigenständiges Konzept zur hitzeangepassten Grünpflege. Grundlage ist ein Grünpflegekonzept aus dem Jahr 2009, das vor allem auf Verkehrssicherheit und Pflichtaufgaben ausgerichtet ist. Zschocke: „Die Anforderungen des Jahres 2026 sind andere als die von 2009. Wir engagieren uns für eine strategische Weiterentwicklung der Grünpflege. Klimaanpassung muss dabei zentrales Handlungsfeld werden.“

Positiv bewertet die Grüne Fraktion, dass die Stadt bei Neupflanzungen auf eine Mischung verschiedener Arten und Sorten setzt. So kann erprobt werden, welche Arten am besten an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst sind. „Baumarten, die sich auf Brachen oder in großflächigen Parkanlagen trotz Klimawandel erfolgreich von selbst ausbreiten, sollten dabei auch in den Blick genommen werden“, schlägt Zschocke vor.

Die Bündnisgrünen begrüßen Anpassungen beim Mahdmanagement. Zschocke: „Uns erreichen Beschwerden über während größter Hitze gemähte Flächen, die danach vertrocknen.“ Die Anhebung der Schnitthöhe, Staffel- und Streifenmahd sowie extensive Pflege helfen, Böden vor Austrocknung zu schützen und gleichzeitig die Artenvielfalt zu fördern. Nach Angaben der Stadt werden weniger als fünf Prozent der städtischen Mähflächen intensiv gepflegt, der überwiegende Teil lediglich zwei- bis dreimal jährlich gemäht.

Zum Einsatz der lauten Laubbläser gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen. Nach Aussage der Verwaltung werden Laubbläser in den Sommermonaten nur äußerst selten eingesetzt. „Diese Einschätzung passt nicht zu den Hinweisen und Beschwerden, die uns aus der Bürgerschaft erreichen“, so Zschocke.

Die Antworten zeigen insgesamt: Klimaanpassung ist nicht zum Nulltarif zu haben. Zusätzliche Bewässerung, Schäden an Bäumen, neue Schädlinge und eine biodiversitätsfördernde Pflege führen zu steigenden Kosten. Für die Grüne Fraktion ist das jedoch kein Argument gegen Investitionen. „Jeder Euro, der in widerstandsfähige Stadtbäume, klimaangepasste Grünflächen und nachhaltige Pflege investiert wird, zahlt direkt auf die Lebensqualität in unserer Stadt ein. Stadtgrün kühlt, verbessert die Luftqualität und macht Chemnitz widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise. Auch mit begrenzten Ressourcen muss es gelingen, unsere Stadtlandschaften fit für die Zukunft zu machen“, so Zschocke abschließend.

Antwort auf die Informationsanfrage „Hitzeangepasste Grünpflege und klimaresiliente Begrünung“

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