Wie wir alle wissen, wird der Untergang des Abendlandes durch veganes Essen, Tempolimits, Windräder und Gendern verursacht. Ich möchte dennoch den Blick auf eine tatsächlich gefährliche Entwicklung lenken: auf unser kollektives Versagen, angemessen auf die zunehmenden Wetterextreme zu reagieren. Angesichts der realen Bedrohung von Natur, Tierwelt, Landwirtschaft, Infrastruktur und Menschen durch veränderte klimatische Bedingungen in unserer Region wäre es angemessen, sich darauf zu verständigen, dass Klimaschutz und Klimaanpassung oberste Priorität bekommen müssen.
Als vergangenes Wochenende bei 40 Grad im Schatten zahlreiche Veranstaltungen abgesagt wurden, dachte ich an den Satz von UN-Generalsekretärs Antonio Guterres: „Wir sind auf einem Highway in die Klimahölle und haben den Fuß auf dem Gaspedal.“ Viele von Ihnen werden das als Klimahysterie abtun. Genau das ist der Kern der Katastrophe: Ein Dauerfeuer aus Verleugnung und Propaganda zerstört die notwendige Geschlossenheit beim rationalen Umgang mit den Folgen des Klimawandels.
Ich bin sehr dankbar, dass es der Stadtverwaltung trotzdem gelingt, am Ziel einer treibhausgasneutralen Verwaltung zu arbeiten: Deutliche Emissionsreduktionen sind erreicht, Braunkohle und Heizöl verlieren an Bedeutung, ein Drittel der Stadtbeleuchtung läuft auf LED, Beschäftigte nutzen überwiegend klimaschonende Verkehrsmittel, auf mehr städtischen Gebäuden entstehen Solaranlagen. Das wurde erst letzte Woche vom Umweltamt vorgestellt.
Auch beim Hitzeschutz kommt die Verwaltung voran. Vielleicht gelingt es ja, einen gefährlichen Hitzehotspot in der Innenstadt zu beseitigen, indem die hintere Brückenstraße entsiegelt und begrünt wird. Wenn dann aber aus dem Stadtrat heraus ein so sinnvoller Schritt heraus infrage gestellt wird, weil einige Parkplätze wegfallen, frage ich mich: Wie viele Hitzewellen noch? Wie viele überfüllte Notaufnahmen noch? Wie viele Milliardenschäden noch, bis allen klar ist, dass wir unsere Stadt umbauen müssen, damit auch kommende Generationen hier leben können?
Der Umbau kostet Geld. Chemnitz hat beim bundesweiten Aktionstag unmissverständlich deutlich gemacht, dass die Kommunen am Limit sind. Vielen Dank, Herr Burkhart für diesen Protest. Wir hoffen, dass die im Bundeskanzleramt erzielte Einigung jetzt tatsächlich eine Entlastung im Stadthaushalt bringt. Noch mehr heiße Luft braucht hier wirklich niemand.
– es gilt das gesprochene Wort –
