Das Areal der Landesblindenschule im Chemnitzer Flemminggebiet hat eine lange Geschichte. Bereits 1905 wurde hier die Landesanstalt für Blinde eröffnet. Nach Umnutzung in den Kriegsjahren und dem dunklen Kapitel der NS-Zeit wurde das Areal ab 1951 wieder als Landesblindenanstalt genutzt und entwickelte sich zur größten und wichtigsten Blindenbildungsstätte der DDR.
Seit 1991 ist die Schule mit dem Einrichtungsverbund in Trägerschaft des Freistaates Sachsen und heißt heute „Landesschule für Blinde und Sehbehinderte“. Hier werden Kinder und Jugendliche mit Sehbehinderung oder Blindheit individuell auf ihrem Bildungsweg begleitet. Neben schulischer Bildung stehen auch lebenspraktische Fähigkeiten, Orientierung und Mobilität sowie der Umgang mit speziellen Hilfsmitteln im Mittelpunkt.
Ein besonderer Moment war heute die Eröffnung des neuen Schulmuseums. Was auf den ersten Blick nur als kleines Zimmer erscheint, ist in Wahrheit ein beeindruckendes Projekt: Mit viel Engagement haben Schülerinnen und Schüler selbst recherchiert, gestaltet und präsentiert. Entstanden ist ein „Schulmuseum im Schrank“ – ein lebendiger Lernort, der Einblicke in die Geschichte des Lernens, in Hilfsmittel und in den Schulalltag gibt.



Das Museum zeigt eindrucksvoll, wie sich die Bildung blinder und sehbehinderter Menschen im Laufe der Zeit verändert hat. Es macht deutlich, welche Hürden es früher gab – und welche Fortschritte heute möglich sind.
Besonders wertvoll: Dieses Projekt wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst getragen. Es stärkt Selbstständigkeit, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein – und zeigt, was möglich ist, wenn junge Menschen die Geschichte selbst recherchieren und erzählen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für dieses großartige Projekt!



