40 Kilometer mit dem Rad durch eine historisch bedeutende und landschaftlich faszinierende Bergbauregion

Mensch kann nicht immer nur arbeiten. Mensch muss auch mal Radfahren. Zum Beispiel in der schönsten Erzgebirgsheimat der Welt. Die ist auch im Winter ohne Schnee sehr schön:

Mit der City-Bahn geht es von Chemnitz nach Aue. Die Tour startet hinter der Nickelhütte ins wunderschöne Schwarzwassertal. Das war nicht immer so schön. Während der Industrialisierung wurde der natürliche Flusslauf verändert, der landschaftliche Reiz ging verloren. Im Rahmen der naturnahen Flussgestaltung und des Hochwasserschutzes vor 15 Jahren wurde vieles wiederhergestellt. Das vorhandene Wehr wurde dabei eingebunden.

Der Weg führt immer an Bahnlinie und Fluss entlang vorbei am Bahnhof Lauter. Seitenwechsel über die überdachte Holzbrücke Untersachsenfeld von Anfang 1700. Von dort aus bis zur Mündung der Großen Mittweida in das Schwarzwasser. Dort sind die www.augensteine.com von Norbert Frank – fantasievolle Plastiken aus Naturstein – nicht zu übersehen. Durch Schwarzenberg geht es weiter Richtung Antonsthal. Obwohl schon zigmal fotografiert, komme ich nicht ohne Fotostopp am Schloss vorbei. Unterhalb vom Schloss am Markt ist unser BÜNDNISGRÜNES Erzgebirgsbüro.

In Antonsthal empfängt mich das helle Glöckchen der Pyramide. Die www.antonshuette.de ist eingerüstet. Fassade und Dachentwässerung werden erneuert – mit Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Freistaates. Andreas Kahl und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Verein Königlich-Sächsische Antonshütte e.V. engagieren sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Erforschung der Geschichte der Hütte als Teil der Montanregion des sächsisch-böhmischen Erzgebirges. Ich hoffe sehr, dass es gelingt, dieses bedeutende Denkmal für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen – wie die „Silberwäsche“ Antonsthal – etwas oberhalb der Antonshütte. Hier gibt es Einblicke in die Technik der Erzaufbereitung vor etwa 180 Jahren.

Jetzt kommt der härtere Teil der Tour. Ich muss auf 784 Meter hoch und dann über den Dorfbachweg steil wieder herunter nach Bockau ins Tal der Zwickauer Mulde. Dort kann man einen Abstecher zum Floßgraben machen. Der wurde schon Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt. Brenn- und Bauholz für die Holzversorgung der Hütten und Bergwerke wurden auf dem Graben transportiert.

Das Tal der Zwickauer Mulde ist in diesem Abschnitt sehr wild. Doch auf dem alten Bahndamm fährt es sich wie von selbst nach Aue. Dort steht schon die City-Bahn für die Rückfahrt nach Chemnitz. Alles in allem schöne 40 Kilometer durch eine historisch bedeutende und landschaftlich faszinierende Bergbauregion.

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