Würdigung des Ehrenamts? – Staatsregierung stellt für Ehrenamtler keine Vergünstigungen im ÖPNV in Aussicht – GRÜNE: Antwort darf nicht das letzte Wort sein

Dresden. Sachsens Staatsregierung stellt für Ehrenamtler keine Vergünstigungen im ÖPNV in Aussicht. Das geht aus der Antwort von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf eine Kleine Anfrage des Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN Volkmar Zschocke hervor.
Anlass der Anfrage waren Forderungen nach Freifahrtscheine für Ehrenamtliche von Teilnehmenden am Bürgerdialog-Forum mit dem Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich Mitte August dieses Jahres in Annaberg (Erzgebirge). Laut Medienberichten versicherte der Ministerpräsident dort, die vorgetragenen Anliegen in die Landeshauptstadt mitzunehmen und zu prüfen.
Zudem wollte der GRÜNEN-Politiker wissen, ob die Landesregierung plant, nach dem Vorbild von NRW eine Handy-App für Inhaber der Ehrenamtskarte einzuführen, damit jene sich von ihrem Mobilfunkgerät aus informieren können, welche Vergünstigungen in der Umgebung angeboten werden.
„Eine lebendige Bürgergesellschaft ist ohne das Ehrenamt unvorstellbar. Darum hat das vielfältige Engagement eine stärkere Würdigung verdient. Die nun vorliegende Antwort der Staatsregierung darf nicht das letzte Wort sein“, fordert der Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Für Freifahrten bzw. Rabatte im ÖPNV sieht Minister Dulig die Staatsregierung nicht in der Pflicht und delegiert das Anliegen an die Landkreise und Verkehrsverbünde.“
Stattdessen verweist die Staatsregierung auf das Programm der Bürgerstiftung ‚Wir für Sachsen‘, wonach die monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 40,- Euro für mindestens zwanzig geleistete ehrenamtliche Stunden pro Monat zur Abdeckung der entstandene Fahrkosten gedacht ist. „Leider ist dieses Programm aber finanziell nicht ausreichend, so dass viele Ehrenamtliche gar nicht in den Genuss dieses eher symbolischen Betrags kommen können. Und wer beispielsweise nur 15 Stunden im Ehrenamt tätig ist, geht dabei völlig leer aus.“
„Für viele Engagierte bleibt nur die Ehrenamtskarte, die leider noch viel zu wenig Angebote und Vergünstigungen für ehrenamtlich Tätige bereit hält und darum wenig attraktiv ist. Ein verstärktes Zugehen auf mögliche Kooperationspartner ist daher gefragt. Hier sind neben der Staatsregierung auch die Landkreise und Kommunen gefordert“, schließt Zschocke.

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