GRÜNE: Sachsen hat das Potential, vom Müllmagnet zum Zero-Waste-Pionier in Deutschland zu werden − Landtagsantrag

 

Zschocke: Gemeinsam mit den sächsischen Kommunen, Zweckverbänden und der Recyclingwirtschaft eine Strategie für eine echte Kreislaufwirtschaft entwickeln

 

Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag fordert eine zukunftsfähige Abfallpolitik in Sachsen. Ein entsprechender Antrag steht am Mittwochabend auf der Tagesordnung der Landtagssitzung (TOP 9).

„Sachsen hat das Potential, vom Müllmagnet zum Zero-Waste-Pionier in Deutschland zu werden“, erklärt Volkmar Zschocke, abfallpolitischer Sprecher der Fraktion.

„Dafür brauchen wir aber eine klare Zielstellung in der Abfallpolitik: Schluss mit Müll und das zu 100 Prozent. Die Stadt San Francisco in Kalifornien zeigt, wie viel sich in kurzer Zeit erreichen lässt: Dort werden nur noch zehn Prozent des Hausmülls deponiert und nichts mehr verbrannt. Das ist auch gut für die Wirtschaft: Recycling schafft zehnmal mehr Arbeitsplätze als eine Deponie oder eine Müllverbrennungsanlage.“

„Wir GRÜNEN schlagen mit unserem Antrag vor, gemeinsam mit den sächsischen Kommunen, Zweckverbänden und der Recyclingwirtschaft eine Strategie für eine echte Kreislaufwirtschaft zu entwickeln“, erläutert der Abgeordnete. „Der Abfall soll in der Region verarbeitet und nicht durch halb Europa gefahren werden. Das das realistisch ist, macht das Land Baden-Württemberg mit seiner Autarkieverordnung seit fast 20 Jahren vor.“

„Die Entsorgung von Siedlungsabfall gehört wieder vollständig in die kommunale Hand“, blickt Zschocke über den Tag hinaus. „Nur so lässt sich die Rosinenpickerei im Abfallbereich vermeiden, bei dem sich private Systeme wie der Grüne Punkt die profitablen Wertstoffe sichern und den teuren Restabfall den Kommunen überlassen.“

Antrag der Fraktion GRÜNE ‚Abfallpolitik in Sachsen konsequent in Richtung Kreislaufwirtschaft umsteuern – Gemeinsame Landesstrategie ‘Zero Waste‘ erarbeiten‘ (Drs 6/14712)

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