Großbrand bei Entsorgungsfirma Glitzner (Reichenbacher Ortsteil Schneidenbach) − GRÜNE: Brandserie muss endlich gestoppt werden! − Es gibt technische Möglichkeiten, um Wärmenester zu identifizieren und Brandherde im Keim zu ersticken

 

Zschocke: Die Spezialisten der Analytischen Taskforce (ATF) aus Leipzig müssen eingesetzt werden, um die Freisetzung gesundheitsgefährdender Stoffe zu messen!

Dresden. Bei der Entsorgungsfirma Glitzner im Reichenbacher Ortsteil Schneidenbach (Vogtland) ist nach Informationen der Freien Presse am Montagvormittag (10.09.) ein Großbrand ausgebrochen. 

„Für mich ist das kein Brand wie jeder andere“, so der Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke, abfallpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zudem brennt es bei Glitzner nicht zum ersten Mal.“ 

„Es gibt technische Möglichkeiten, um Wärmenester zu identifizieren und Brandherde im Keim zu ersticken. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt sollte die Unternehmen beim Bau von sicheren, eingehausten Lagern mit automatischer Anlagenüberwachung beraten und finanziell unterstützen“, regt Zschocke an. „Warum sollte nicht eine kreiseigene Entsorgungsfirma bei der Brandprävention einmal voran gehen?“

Der Abgeordnete, der die Firma Glitzner 2014 einmal besuchte, fordert zudem, die Spezialisten der Analytischen Taskforce (ATF) aus Leipzig einzusetzen, um die Freisetzung gesundheitsgefährdender Stoffe zu messen. 

„Welche Schadstoffe haben die Luft verpestet? Wurden die Spezialisten der Analytischen Taskforce (ATF) aus Leipzig eingesetzt, um die Freisetzung gesundheitsgefährdende Stoffe zu messen?“, will der Abgeordnete vom Minister wissen und kündigt zum aktuellen Brand in Reichenbach eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung an. 

 

Quelle: FP-online, 10.08.18 ‚Großbrand bei Müllfirma im Vogtland – Mehrere Personen im Krankenhaus‘ 

 

Hintergrund:

In den letzten Jahren hat es in Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen und Deponien in Sachsen im Schnitt ein- bis zweimal pro Monat gebrannt. In jedem zweiten Fall wurde keine Ursache ermittelt. Das geht aus den Antworten von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf zwei kleine Anfragen des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) aus den Jahren 2015 und 2017 hervor.Abfallbrände setzen regelmäßig einen Cocktail gesundheitsgefährdender Stoffe frei. Bisher wurde aber die Analytischen Taskforce (ATF) aus Leipzig auch bei tagelangen Bränden in sächsischen Müllbetrieben nie angefordert.Dabei wurde bereits im Abfall-Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags (Abschlussbericht aus dem Jahr 2014) deutlich, dass die Feuerwehren nicht in der Lage sind, Messgeräte in eine Schadstoffwolke hineinzubringen und das Schadstoffe bei Bränden von den feuerwehren aufgrund ihrer Komplexität nicht eindeutig ermittelt werden können. Das sei Aufgabe der Analytischen Task Force.  

 

Antwort von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) ‚Brände in Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen und Deponien seit März 2014‘ (Drs 6/2413)

Antwort von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) ‚Brände in Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen und Deponien seit August 2015‘
(Drs 6/10110)

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