Gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern − GRÜNE wollen soziale Arbeit stärken

 

Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat einen Antrag zur Stärkung der sozialen Arbeit im Freistaat Sachsen vorgelegt. 

„Der neue sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hat mehrfach angekündigt, alles müsse sich jetzt dem Motto >>gesellschaftlicher Zusammenhalt<< unterordnen. Wir nehmen ihn beim Wort und fordern eine ernsthafte Debatte zum Wert sozialer Arbeit in Sachsen ein“, erklärt Volkmar Zschocke, Vorsitzender der Fraktion. „Auf der Straße oder in der Beratungsstelle, im Krankenhaus oder im Justizvollzug, im Jugendclub oder im Pflegeheim − überall leisten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt im Freistaat. Sie stärken Menschen in allen Lebensphasen und in schwierigen Lebenslagen. Es wird Zeit, dass die Landespolitik all diesen Fachkräften bei ihrer wichtigen Arbeit nun auch deutlich den Rücken stärkt.“ 

„Soziale Arbeit braucht qualifizierte Fachkräfte, mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen. Die Probleme in Sachsen werden im Antrag deutlich benannt. Gleichzeitig werden Lösungen aufgezeigt. Vor allem muss der aktuelle und zukünftige Fachkräftebedarf analysiert werden“, so der Fraktionschef. „Zudem geht es darum, das Fachkräftegebot zu verteidigen. Derzeit droht es durch den zunehmenden Mangel an Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen aufgeweicht zu werden. So wurden beispielsweise in der Schulsozialarbeit die Anforderungen in Bezug auf die Qualifikation deutlich nach unten geschraubt. Außerdem braucht soziale Arbeit verlässliche Finanzierung. Doch das Gegenteil ist oft der Fall: Viele Beschäftigte hangeln sich von einem Sparhaushalt zum nächsten, von einer Projektfinanzierung zu nächsten. Das verschärft die Fachkräfte-Not, denn vielen Trägern fällt es schwer, unter diesen Bedingungen überhaupt noch Fachkräfte zu gewinnen, weiterzuentwickeln und an sich zu binden.“ 

„Die Sozialwirtschaft insgesamt ist von großer Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Allein bei den Verbänden im Bereich der Wohlfahrtspflege arbeiten fast 100.000 Beschäftigte in Sachsen. Die Träger sind somit nicht nur Erbringer sozialer Dienstleistungen, sondern ein wichtiger Wachstumsmotor, der auch zu Steigerung der Wertschöpfung beiträgt“, erläutert Zschocke.

 

Grüner Antrag: ‚Soziale Arbeit braucht qualifizierte Fachkräfte, mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen – Fachkräfte-Offensive für Sachsen jetzt starten!‘ (Drs. 6/11466) 

Hintergrund: Fachkräfte in der freien Wohlfahrtspflegehttps

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